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Johann Wolfgang Superstar? Grundkurs K2 d3 besucht die Goethe-Ausstellungen in der Bonner Kunsthalle

Johann Wolfgang von Goethe diente im 19. Jahrhundert als nationale Identifikationsfigur und gilt heute noch als der weltweit bekannteste Dichter deutscher Sprache. Wird in der Germanistik häufiger die Epochenbezeichnung „Goethezeit“ für die Zeitspanne zwischen 1770 und 1830 verwendet, so wählt die Bonner Ausstellung den Titel „Goethe – Verwandlung der Welt“ und rückt damit die Frage in den Vordergrund, wie sich der große Dichter in seiner Zeit verorten lässt, einem Zeitalter, das nicht nur von epochalen revolutionären Ereignissen, sondern auch von ökonomischen und kulturellen Umbrüchen geprägt war. Und wie aktuell sind Goethe und sein Werk?
Diesen Fragen ging der Grundkurs Deutsch K2 d3 nach und erkundete zunächst die neun Kapitel, in die die Ausstellung „Goethe – Verwandlung der Welt“ unterteilt ist, was sowohl konventionell biografische Annäherungen als auch einen zeitgeistig thematischen Zugriff ermöglicht. So setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit Themenbereichen wie „Ferne Welt. Dialoge mit dem Orient“, „Arkadische Welt. Die Reise nach Italien“ oder „Welt im Umbruch. Revolution und Klassik“ auseinander. Auf dem Dach der Kunsthalle konnte die Lerngruppe eine weitere Ausstellung – „Goethes Gärten“ – besichtigen, die zeigt, dass der Schriftsteller seine Gärten nicht ausschließlich zur Versorgung anlegte, sondern dort auch botanische Studien betrieb.
Und wie lautet nun die Antwort auf die eingangs gestellten Fragen? In der Ausstellung wird Goethe mit einem Seismografen verglichen, der die Veränderungen seines Zeitalters erfasste und in seinem Werk künstlerisch spiegelte. Einerseits kritischer Beobachter, andererseits wandlungsfähiger Künstler war er zu radikalen Richtungswechseln bereit und inspiriert bis heute die Kulturszene. Das Schlusswort gebührt dem Dichter: „Aus aller Ordnung entsteht zuletzt Pedanterie; um diese loszuwerden, zerstört man jene, und es geht eine Zeit hin, in der man gewahr wird, dass man wieder Ordnung machen müsse.“ (Aus Goethes Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen)

Jutta Bartolosch

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