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Aktion: Reinigung der Stolpersteine

Am 23. und 30.11.2020 sind wir, Lea Becker, Anastasia Held, Louis Nocon und Robin Singhof, mit unserer Lehrerin der Philosophiegruppe der Klasse 7d, Frau Sabine Maus, zum Reinigen der Stolpersteine auf den Friedrich-Ebert-Ring, in die Südallee und die Rizzastraße aufgebrochen.

Was sind Stolpersteine?
Stolpersteine sind aus Messing gegossene Steine, die der Künstler Gunter Demnig anfertigt. Auf diesen Messingsteinen sind die Namen von Juden, die während der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden, eingraviert. Die
Stolpersteine tragen die Namen dieser Juden, die in den Konzentrationslagern zu Nummern degradiert wurden. Die Stolpersteine werden vor den letzten Wohnstätten der verfolgten Juden angebracht und dort in den Boden eingefasst. Weltweit gibt es außer in Deutschland noch 25 weitere Länder, die das Verlegen von Stolpersteinen genehmigen. Gunter Demnigs Intention zu den Stolpersteinen ist, dass man sich, wenn man nach unten beugt, symbolisch vor den Toten verneigt. „Die Stolpersteine sind nicht da, um zu stolpern und hinzufallen, man stolpert (...vielmehr...) mit Kopf und Herz.“, so G. Demnig (vgl. Beitrag: Geschichte auf arte: Mit Kopf und Herz stolpern, 05/2009).

Was genau ist die Aktion „Stolperstein“?
An dieser Aktion „Stolperstein“ nehmen viele, recht unterschiedliche Schulen aus Koblenz teil. Alle Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich eingehend mit der Geschichte der in Koblenz während der NS-Zeit verfolgten jüdischen Familien und reinigen – im Gedenken an diese Menschen - die Stolpersteine.

Warum? Dies ist eine Art „Erinnerungskultur“. Man erweist den Juden damit eine letzte Ehre und bringt ihre Namen zum „Glänzen“. Unserer Gruppe war die Säuberung der Stolpersteine sehr wichtig, da diese Menschen, deren Name auf diesen Steinen aufgeführt ist, es verdienen, dass man sie ehrt.
Viele Koblenzer Juden sind auf grausame Weise zu Tode gekommen, sei es in den Konzentrationslagern, durch Selbstmord oder bei Hinrichtungen durch deutsche Militäreinheiten während der Zeit des Nationalsozialismus. Einigen wenigen Juden gelang eine Flucht vor ihren Peinigern. Diejenigen, denen dies gelang oder die die Befreiung aus dem Konzentrationslager überlebten, konnten häufig nie wieder oder nur unter Tränen über ihre Erlebnisse sprechen.
Im Jahr 2020 sind nahezu alle Gedenkveranstaltungen der Stadt Koblenz zu dieser Thematik – Pandemie bedingt – ausgefallen. Deshalb erstellte die Stadt Koblenz, initiiert durch Frau Dr. Theis-Scholz (Kulturdezernentin der Stadt Koblenz) und ihr Team, einen Filmbeitrag, der alle Schülergruppen, die eine Patenschaft für die Stolpersteine übernahmen, in Aktion zeigt. Da letztes Jahr kaum Blumen bei den sehr wenigen Gedenkfeiern abgelegt wurden, malten wir „Kreideblumen“ neben „unsere“ Stolpersteine auf den Boden. Genaueres erfahrt ihr über diese Aktion in einem kleinen Video. Dort ist in persönlichen Statements die Bedeutung und die Reinigung der Stolpersteine durch Schülerinnen und Schüler der verschiedenen Schulen aus Koblenz dokumentiert – viel Spaß beim Anschauen!

Verfasserin: Anastasia Viktoria Held, Klasse 7d Schuljahr 2020/2021, mit Lea Becker, Louis Nocon, Robin Singhof und Frau Sabine Maus (Leiterin der SHF/IS und Leiterin unserer Philosophiegruppe).

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