Von Juni bis Oktober dieses Jahres gewann der Zwölftklässler Dmytro Mintenko drei Auszeichnungen auf internationaler Ebene: Bronze bei der EuPhO (Europäische Physik-Olympiade) sowie zwei Silbermedaillen bei der IPhO (Internationale Physik-Olympiade) und der IOAA (Internationale Olympiade für Astronomie und Astrophysik).
Die Wettbewerbe gehören zu den anspruchsvollen internationalen Veranstaltungen für naturwissenschaftlich interessierte Schüler. Gefragt sind sichere Fachkenntnisse, die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu erkennen, mathematische Methoden anzuwenden und eigenständige Lösungswege zu entwickeln.
Der Teilnahme an diesen Olympiaden gehen fordernde nationale Auswahlverfahren voraus, bei denen Dmytro unter allen Teilnehmern aus ganz Deutschland den ersten bzw. zweiten Platz in Astronomie bzw. Physik belegte; die Ergebnisse der internationalen Olympiaden selbst reihen ihn unter die rund hundert besten Schüler der Welt in Astronomie und Physik ein.
Unsere Schule gratuliert Dmytro herzlich zu dieser herausragenden Leistung und ist stolz, einen so engagierten jungen Naturwissenschaftler in ihrer Schulgemeinschaft zu haben. Für seinen weiteren schulischen und wissenschaftlichen Weg wünschen wir ihm weiterhin viel Neugier, Freude am Forschen und Erfolg!
Sven Hebestedt
Nun folgen Dmytros Erlebnisberichte von diesen Olympiaden:
„Zuerst möchte ich etwas Grundsätzliches zu all diesen Olympiaden sagen. Von jedem teilnehmenden Land wird eine Delegation, bestehend aus fünf Schülern und mindestens zwei begleitenden Teamleadern, entsandt. Jedem Team wird ein lokaler Guide zugewiesen, der während der Olympiade für das Team verantwortlich ist und es begleitet. Die Schüler bearbeiten individuell die Wettbewerbsaufgaben, die sich in theoretische und experimentelle Aufgaben unterteilen lassen. Während der Klausurphase werden den Teilnehmern sämtliche Mobiltelefone und sonstigen Kommunikationsmittel abgenommen, um jeglichen Kontakt zu den Teamleadern zu unterbinden. Diese übersetzen die Aufgaben in die jeweilige Landessprache und vertreten anschließend die Interessen ihrer Delegation bei der Bewertung der Arbeiten, indem sie sich für eine angemessene Punktevergabe einsetzen.
Nach der Korrektur der Klausuren werden die Medaillen wie folgt verteilt: Gold erhalten ungefähr die besten 10 % der Teilnehmer, Silber die besten 25 % und Bronze die besten 50 %.
Beginnen wir mit der 10. EuPhO, die vom 12. bis 16. Juni 2026 in Göteborg, Schweden, stattfand. Daran nahmen 199 Schüler aus 41 Ländern teil. Wir waren in einem Hotel in der Nähe eines der größten Freizeitparks Europas untergebracht, den wir während der Olympiade besucht haben. Die theoretischen Aufgaben (fünfstündige Klausur) waren besonders anspruchsvoll, da man zuerst für jede Aufgabe den entscheidenden Ansatz finden sollte, ohne den man es schwer hatte, Punkte, auch Teilpunkte, zu verdienen. Das Experiment (ebenso fünfstündig) war mein Lieblingsteil – dabei ging es um akustische Levitation, also das Schwebenlassen von Gegenständen wie Styroporkugeln oder Wassertropfen in der Luft mithilfe von Ultraschall. Wer interessiert ist: auf der offiziellen Website (https://eupho26.se) findet man die Aufgaben. Ich konnte Bronze gewinnen – zur Silbermedaille fehlten mir dabei nur 0,1 von 60 möglichen Punkten.
Die letzte Veranstaltung in diesem Jahr war die 19. IOAA, die vom 25.9. bis 5.10. in Hanoi, der Hauptstadt Vietnams, stattfand und an der 320 Teilnehmer aus 64 Ländern teilnahmen (https://ioaa2026.vn). Der zentrale Veranstaltungsort war die Phenikaa Universität, in deren Studentenwohnheim wir auch untergebracht waren. Diese Olympiade unterscheidet sich von anderen durch ihren Inhalt – sie umfasst zwei theoretische Klausuren (Theorie und Datenanalyse, die jeweils 5 bzw. 4 Stunden dauern) sowie zwei praktische Klausuren (Beobachtung und Planetarium, jeweils 1 Stunde). In den praktischen Klausuren sind Kenntnisse des Sternenhimmels und der Arbeit mit dem Teleskop erforderlich. Auch die Vergabe der Medaillen erfolgt bei dieser Olympiade etwas anders. Bronze erhielten Teilnehmer mit Punktzahlen über dem Median, dem mittleren Wert einer sortierten Punkteliste. Silber ging an Teilnehmer, deren Punktzahlen über dem 1,3-fachen des Medians lagen und eine Goldmedaille bekam, wessen Punktzahl den Median um das 1,6-Fache überstieg. Die Beobachtungsklausur konnte zum ersten Mal seit sieben Jahren tatsächlich durchgeführt werden und nicht nur auf dem Papier oder simuliert – eine der Aufgaben war, Saturn im Teleskop zu finden. Ihn zum ersten Mal tatsächlich selbstständig zu finden und zu sehen war genau die Art Erfahrung, die diese Olympiade ziemlich einzigartig machte.
Insgesamt haben mir die Olympiaden viel Freude bereitet, und ich habe viele neue Bekanntschaften und Freunde gewonnen, mit denen ich hoffentlich in Zukunft zusammenarbeiten werde.
Zu guter Letzt bedanke ich mich bei der Schulleitung und meinen Lehrkräften, die mir durch meine Freistellung vom Unterricht die Teilnahme an diesen drei Olympiaden ermöglicht haben.
Ich freue mich schon sehr auf die nächsten internationalen Olympiaden!“
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